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Palmsonntag

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Autor: | 17.04.2012

Hier bei uns in Bayern beziehen sich die meisten Feste und Feierlichkeiten auf die Geschehnisse rund ums Kirchenjahr

So wird auch am sechsten Fastensonntag, dem Palmsonntag gefeiert. Die seit Wochen liebevoll geschmückten Palmbuschen werden mit zum Gottesdienst genommen und dort geweiht, bevor diese im Herrgottswinkel hinter dem Kreuz oder auf dem Feld aufgestellt werden

Brauchtum in Berchtesgaden

Auch hier ist es wahrscheinlich die Abgeschiedenheit des Berchtesgadener Landes, die zur Erhaltung dieses Brauches beigetragen hat. Das über viele Jahrhunderte kirchlich regierte Land hat natürlich Bräuche in Anlehnung an die lateinische Liturgie hervorgebracht. Hier im Mittelpunkt steht am Palmsonntag die Segnung der „Palmbuschen“. Bei schönem Wetter findet die Weihe der Palmbuschen auf dem Schlossplatz in Berchtesgaden statt. Nach der Weihe wird über das große Kirchenportal der Stiftskirche und zusätzlich über den Kreuzgang in die Kirche eingezogen. Wenn alle in der Kirche versammelt sind, wird das Evangelium verkündet. Dies schildert zu Ostern den Einzug Jesu in Jerusalem.

Die Quellen für das Evangelium finden sich im Neuen Testament. Hier wird davon berichtet, dass Jesus auf einem Esel in die heilige Stadt Einzug gehalten hat. Die damalige Bevölkerung freute sich über den nun gekommenen Messias. Der bereits weit umher den Ruf eines Wundertäters und Heilers hatte. Es wird berichtet, dass die Bevölkerung dem Messias mit Palmblättern zugejubelt hat und dass die Menschen Ihre Umhänge und andere Kleidungsteile auf die Straße gelegt haben, so dass Jesus über diese hinweg mit dem Esel reiten konnte. Dies kann nachgelesen werden bei Matthäus 21,1ff, bei Markus 11,1ff, bei Johannes oder auch bei Lukas.

Die Palmbäume in Berchtesgaden

Hier im bayerischen Berchtesgaden wird natürlich nicht mit Palmblättern gewedelt. Hier werden zu Beginn der Fastenzeit die kurz vor der Blüte stehenden Weiden geschnitten und zu schönen Sträuchern gebunden. Die Stielenden am unteren Ende des Strauches werden mit Buchs- und Zederblättern dekoriert. Gehalten wird das Gebinde heutzutage mit Draht, und dann mit roten Weiden umwickelt. Als noch kein Draht zur Verfügung stand, musste die Weide noch das Gesamte Gebinde halten. Die Astgabelungen werden wieder mit Buchs- und Zederblättern dekoriert indem man die Äste durchsticht und diese hindurchsteckt. An die Bäume wird dann noch allerlei aus eingefärbten Holzspänen gehängt. Darunter sind Ziehharmonikas, die an vielen Abenden von allen Familienmitgliedern hergestellt werden. So genannte Wuggerl, das sind einfach eingerollte „Schaberbandl“, die dann nach unten hängen. Die „Schaberbandl“ sind im Übrigen die eingefärbten Holzspäne, die zum Schmuck der Palmbuschen verarbeitet werden. Die Herstellung dieser Holzspäne ist im Übrigen eine Kunst für sich. Diese sollten möglichst beim Verarbeiten nicht brechen und auch nicht vor der Verarbeitung zu sehr eingerollt sein.

Nach der Weihe der Palmbäume und der heiligen Messe werden diese traditionell von den Jungen zu den näheren Verwandten gebracht oder in das Feld gesteckt. Nachdem der Palmbaum in das Feld gesteckt worden ist wird vor dem Weggehen noch ein Vaterunser gebetet. Auch bei den Verwandten wird der geschmückte Baum gleich hinter das Kreuz in den Hergottswinkel gesteckt.

Viele Familien nutzen diese Gelegenheit auch zu einem Familientreffen. Für Sie als Gast ist die Teilnahme an der Palmweihe mit Sicherheit ein ganz besonderes Erlebnis, dass so nur hier bei uns in Berchtesgaden erlebt werden kann.

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