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Die Jennerbahn am Königssee

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Autor: | 10.08.2010

Die meisten Bergbahnen und Seilbahnen in den Alpen wurden für den Winter- bzw. Skibetrieb gebaut und genutzt. Die Jennerbahn am Königssee hingegen wird ganzjährig betrieben und nur kurze Zeit für Revisionsarbeiten geschlossen.

Mit der Bahn gelangen die Urlauber im Winter bis fast unter den Gipfel des Skigebiets Jenner und im Sommer zu den zahlreichen Wanderwegen des Jenners.

Seilbahn auf den Jenner?

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde aufgrund einer Initiative der Bevölkerung im Berchtesgadener Tal über eine Seilbahn auf den Jenner nachgedacht. Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen wurde als Betreibergesellschaft die Berchtesgadener Bergbahngesellschaft GmbH gegründet. Der bekannteste damalige Mitbegründer war der Berchtesgadener Bergsteiger Josef Aschauer. Leider konnte beim ersten Anlauf das nötige Kapital für den Bau der Bahn nicht aufgebracht werden. Mit dem bereits beschafften Geldmitteln wurde so zusagen als Pilotprojekt die deutlich kleinere Obersalzbergbahn errichtet.

Im zweiten Anlauf wurde die Rechtsform der Betreibergesellschaft von einer GmbH zu einer Aktiengesellschaft AG umgewandelt, damit viele Schultern das Projekt stemmen können. Es kam auch tatsächlich zu einer breiten Beteiligung der Bevölkerung, die Aktien der Jennerbahn AG zeichneten. Sehr stark war auch die Beteiligung von Regionalen Unternehmen und auch der Gemeinden des Berchtesgadener Landes. Im Laufe der folgenden Jahre wurden aber immer mehr Anteile des Aktienpaketes vom Energieversorger BEW, den bayerischen Elektrizitätswerken GmbH erworben. Die BEW ist eine Tochter der Lechwerde und diese ist wiederum eine Tochtergesellschaft der RWE.

Bau der Jennerbahn

Im Jahr 1952 war es dann soweit, der Bau der Seilbahn vom Königssee bis zum Gipfel des Jenner wurde begonnen. Der Bau der Bahn wurde von den ABIB-Werken aus Oberstdorf umgesetzt und die Bauzeit betrug ca. 1 Jahr. Als die Bergbahn im Jahre 1953 fertig gestellt worden ist standen ca. 140 offene Sessel und 30 geschlossene Gondeln zur Verfügung. Im laufe der Jahre wurden dann die offenen Sessel Zug um Zug entfernt und durch geschlossene Kabinen ersetzt.

Technik Jenner-Bahn

Die Seilbahn besteht aus zwei Sektionen und wurde als so genannte Einseilumlaufbahn ausgeführt. In der Mittelstation befinden sich die beiden Hauptantriebe der Bahn. Hier werden die Gondeln ausgekuppelt, ein Zu- und Aussteigen ist möglich und dann wieder automatisch in das andere Tragseil, dass für den Transport bis zum Gipfel benötigt wird, wieder eingekuppelt. Bei der Erstzulassung der Seilbahn wurden Kuppelklemmen der Bauart VR101 verwendet, die 1945 von der schweizerischen Firma Von Roll entwickelt worden sind. Diese wurden damals von den ABIG-Werken in Lizenz nachgebaut. Die Länge der Gondelbahn beträgt insgesamt 3320 Meter und die Fahrzeit von der Talstation am Königssee bis zum Gipfel am Jenner beträgt ca. 20 Minuten. Es wird hierbei ein Höhenunterschied von 1170 Höhenmetern überwunden.

Zusätzliche Bahnen für das Skigebiet

Wenn der Winterbetrieb beginnt und das Skigebiet Jenner viele Gäste erwartet, werden zusätzlich zwei Sessellifte sowie drei Schlepplifte und ein Förderband zur Gästebeförderung zugeschaltet. Der neueste Sessellift ist der Jennerwiesenlift, der 1986 erbaut worden ist. Er verbindet die Mittelstation mit den Wiesen, die sich auf der anderen Seite des Jenners befinden. Dieser Lift ist ca. 1 Km lang und hat eine maximale Förderleistung von 870 Personen je Stunde.

Heutige Jenner-Bahnbetreiber

Aktuell ist der Eigentümer der Bahn immer noch die Berchtesgadener Bergbahn AG (BBAG), doch die wirklichen Inhaber der Aktien haben sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Zuerst trennte sich die BBAG von allen Seilbahnen außerhalb des Skigebiet Jenner. Dass war zuerst die Obersalzbergbahn, die an einen örtlichen Unternehmer ging und dann die Hochschwarzeck Bergbahn, die nun als Bürgerunternehmen der Ramsauer Bürgerinnen und Bürger weitergeführt wird.

Im Sommer 2006 verkauften die Bayerischen Elektrizitäts Werke Ihr Aktienpaket der Gemeinde Schönau am Königssee. Viele Bürgerinnen und Bürger fürchteten zu dieser Zeit das Aus der Jennerbahn. Weitere Eigentümer sind derzeit der Landkreis Berchtesgadener Land und der Tourismusverband Berchtesgaden-Königssee. Nur ein sehr geringer Teil der Aktien befinden sich im Streubesitz.

Wanderer - die Sommer-Kunden der Jennerbahn

Im Sommer sind die Kunden der Jennerbahn Wanderer, die schnell in das Wandergebiet des Jenner mit Wegenetz in das Klausbachtal Königsbachtal, Carl von Stahlhaus, Schneibstein, Seeleinsee, Gotzenalm und viele weitere Ziele mehr vordringen möchten.

Im Winter ist der Jenner ein Skiberg mit sehr gut präparierten Pisten, den vor allem Könner lieben, weil ohne Probleme auch immer wieder abseits der präparierten Pisten im Tiefschnee gefahren werden kann. Auch gibt es am Jenner Gaststätten die sehr gerne von Einheimischen wie Gästen besucht werden.

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