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Die Eisenbahn zum Königssee

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Autor: | 16.10.2010

Vom Triftplatz in Berchtesgaden, gleich gegenüber des Hauptbahnhofes, gab es von 1909 bis zum 2. Oktober 1965 eine Bahnstrecke bis zum Königssee-Bahnhof

Der alte Bahnhof am See wird heute als Gaststätte geführt und ist das einzige Jugendstilgebäude im Berchtesgadener Talkessel. Im Jahre 1971 wurden die Bahnstrecke samt der Gleise demontiert und die Grundstücke verkauft. Seither befördern wieder Busse die Feriengäste vom Bahnhof Berchtesgaden zum Königssee.

Es war damals noch die bayerische Reichsbahn, die den Bau der ca. 4,5 km langen Eisenbahnstrecke vom Triftplatz gegenüber des noch heute bestehenden Berchtesgadener Hauptbahnhofes bis zum Königssee in Auftrag gegeben hat. Am 29. Mai 1909 war es dann soweit, die Eisenbahnlinie von Schönau bis zum Königssee wurde eröffnet. Der Bahnhof der Eisenbahnlinie gegenüber des damaligen und auch noch heutigen Hauptbahnhofs von Berchtesgaden lag nämlich auf dem Gemeindegebiet der Schönau.

Eisenbahnlinie zum Königssee

Die Eisenbahnlinie wurde von Anbeginn elektrisch betrieben. Zuerst mit 1000 Volt Gleichstrom und später mit dem auch bei der Reichsbahn üblichen Wechselstrom. Aufgrund des starken Besucherstroms zum Königssee fuhr die Bahn schon vor dem ersten Weltkrieg im 20 Minutentakt. Die Bahngleise führten entlang der Königsseeache durch die Schönau und an zwei Haltestellen konnten die Bahnfahrer einsteigen. Die erste Haltestelle war die Schwöbbrücke und die zweite in Unterschein-Schönau. Heute noch findet man die Spuren der Eisenbahnlinie, wenn man mit dem Fahrrad vom Bahnhof in Berchtesgaden entlang der Königsseeache radelt.

Panorama-Bahn Berchtesgaden

Für die Sonnentage in den Sommermonaten gab es für die Bahnreisenden sogar offene Sommerbeiwagen. Die Fahrt begann wie gesagt gegenüber des heutigen Bahnhofs Berchtesgaden. Die damaligen Gleise, die von der Königssee-Bahn zum Bahnhof herüber geführt haben, dienten lediglich der Überstellung von Wagons etc. Zuerst fuhr die Lok mit samt aller Passagiere aus dem Bahnhof hinaus und nach einigen Metern konnte der Fahrgast auf der linken Seite bereits die Königsseer-Ache bewundern. Heute führt im Übrigen genau auf dieser Teilstrecke ein schöner Radweg und etwas erhöht auf einer Mauer, die noch aus der Eisenbahnzeit stammt, ein Fußweg. Wieder einige hundert Meter weiter kreuzte die Bahn dann das erste Mal die Ache und nun befand sich die Ache auf der rechten Seite des Zuges. Eine steil aufsteigende Felswand versuchte die Fahrgäste zu beeindrucken. Gleich nach dieser Felswand erreichten die Bahnfahrer die erste Haltestation, die Schwöbbrücke. Nun ging es ein weiteres Mal über eine Brücke und die Ache verlief wieder auf der Linken Seite des Zuges. Heute kann man als Spaziergänger, Wanderer oder Radfahrer noch die Stützmauern der Eisenbahn zum Königssee bewundern, wenn man vom Bahnhof aus bis nach Unterstein in der Schönau wandert. In Unterstein befand sich die zweite Zwischenstation der Königsseelinie.

Bahnstrecke Schönau

Ab Unterstein fuhr die Bahn auf direktem Weg durch das Gemeindegebiet von Schönau entlang der Ache bis zur Endstation am Fuße des heutigen Ski- und Wanderberges Jenner. Dort befindet sich noch heute das so genannte "Alte Königsseer Bahnhof". Vom Bahnhof aus waren es für die damaligen Reisegäste nur einige hundert Meter bis zur Seelände / Anlegestelle der Schiffe die dann über den See gefahren sind. Mit der stetig zunehmenden Mobilität der Bevölkerung und immer mehr Urlaubern, die mit dem Auto hierher in den Urlaub gefahren sind und mit dem Auto bis zum Hotel, zur Pension oder Ferienwohnung anreisten, sanken die Fahrgastzahlen der Eisenbahn zum Königssee. Die Wirtschaftlichkeit der Bahnlinie verschlechterte sich mehr und mehr.

Busbetrieb Königssee

Der Ganzjahresbetrieb der Königsseelinie wurde bis zum Jahr 1961 aufrecht erhalten. Von diesem Zeitpunkt an wurden die Gäste im Winter bereits mit Bussen transportiert und nur noch im Sommer mit der Eisenbahn. Ab dem Frühjahr 1966 übernahmen dann die Busse gänzlich den Personentransport von Berchtesgaden zum Königssee und die Bahnstrecke wurde 1971 endgültig demontiert.

Neue Bahnstrecke in Berchtesgaden?

Eine Renaissance der Königsseelinie wird es wohl nicht geben, da die Bahngleise demontiert, der Bahndamm abtransportiert wurden ist und auch die dafür notwendigen Grundstücke bereits verkauft worden sind. Es gab einmal einen kleinen Ansatz einer neuen Bahnlinie. Ein Eisenbahnimitat, aufgesetzt auf einen Jeep fuhr mit zwei Anhängern durch die Straßen der Schönau und erklärte den Touristen die Umgebung. Doch auch dieser Zug ist wieder verschwunden und es bleibt abzuwarten ob es jemals wieder etwas in dieser Richtung geben wird. Wer Interesse an historischen Eisenbahnen hat, kann in der Lokwelt Freilassing (Landkreis Berchtesgadener Land) eine dauerhafte Eisenbahnausstellung besichtigen. In der Lockwelt befindet sich für die Modellbaufreunde auch eine Eisenbahnanlage in H0.

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