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Das Dorf Königssee

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Autor: | 05.10.2010

Steht der Betrachter beim Alten Bahnhof bzw. am Anfang der Seestraße, so befindet sich das Dorf in der Hauptsache in der entgegengesetzten Richtung eher nach Berchtesgaden zu

Somit wird es von dem großen Besucherstrom, der sich in Richtung Seelände ergießt, kaum berührt. Es bildete eine eigene politische Gemeinde bis zur  kommunalen Gebietsreform. Im Jahre 1978 wurde dann die Gemeinde Königssee und die Gemeinde Schönau zur Gemeinde Schönau am Königssee zusammen gelegt.

Die Gemeindegebietsreform Berchtesgaden

Der Start der Gebietsreform war das Jahr 1971. Mit nur wenig Rücksicht auf historisch gewachsene Zusammenhänge wurde die Gemeindegebietsreform umgesetzt. Diese Reform zählt zu den einschneidensten Maßnahmen im Bereich der Gebietsaufteilungen von Städten und Gemeinden überhaupt. Sinn und Zweck dieser Reform sollte die Schaffung größerer und leistungsfähigerer Gemeinden sein. In Bayern wurde letztendlich die Zahl der Gemeinden von rund 7100 auf 2051 Gemeinden reduziert. Der damalige Landkreis Berchtesgadener Land, der die heutigen fünf Gemeinden eingeschlossen hat wurde mit den Landkreisen Bad Reichenhall und Laufen zum neuen Landkreis Berchtesgadener Land zusammen gelegt.

Der Widerstand in der Bevölkerung war sehr groß. So legen Königsseer noch heute großen Wert darauf, dass sie Königsseer und keine Schönauer sind. Umgekehrt ist es so, dass anlässlich eines Festes ein Festzelt lieber im Dorf-Königssee wieder abgebaut und 500 Meter weiter wieder aufgebaut wird, bevor ein Schönauer Verein in einem auf Königsseer Grund befindlichen Zelt ein Fest feiert.

Wird nach dem Erfolg und dem damit verbundenen Aufwand für die Gemeindegebietsreform gefragt, so wird erst einmal der Erfolg der reduzierten Gemeinden angeführt. Der angepeilte Richtwert von mindestens 5000 Einwohnern pro Gemeinde ist heute in der Gemeinde Schönau am Königssee mit 5400 Einwohnern erreicht. Mit ca. 8000 Betten, die vor allem von Privatvermietern in Zimmern, Ferienwohnungen und Urlaub auf dem Bauernhof gestellt werden, gehört die Gemeinde zu den größeren Gastgebern in Bayern. Verbessert wurde auf alle Fälle die Organisation und Kostenersparnisse in den Bereichen Bildung sowie bei den Verwaltungen der einzelnen Gemeinden.

Innenminister Bruno Merk

Der damals zuständige bayerische Innenminister Bruno Merk war nach der Umsetzung der Gemeindegebietsreform der Meinung, dass diese Reform die Voraussetzung für die daraufhin erfolgte Reform der staatlichen Verwaltungen gewesen seien. Weiters wurde die Infrastruktur verbessert. Dies hatte letztendlich einen sehr positiven Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung von Bayern geleistet. Somit wurde das Hauptziel der Reform, die Verwaltungen und Leistungskraft der Kommunen zu stärken, auf alle Fälle erreicht worden.

Freiwillige Feuerwehr Berchtesgaden

Bei den Feuerwehren gibt es allerdings immer noch die Freiwillige Feuerwehr Schönau, sowie die ebenfalls freiwillige Feuerwehr Königssee. In allen anderen, eingegliederten Gemeinden wurden aus selbstständigen Feuerwehren Löschzüge der jeweiligen Feuerwehr. In Königssee wurde die Freiwillige Feuerwehr Königssee als eigenständige Wehr erhalten.

Vor dieser Zusammenlegung war das Dorf Königssee Bestandteil der Gemeinde Königssee mit den weiteren Gnotschaften Faselsberg und Schwöb. Das Territorium reichte von Norden fast bis vor die Tore Berchtesgadens.

Gnotschaften Faselsberg und Schwöb

Eine Gnotschaft ist im übrigen eine kleine Ortschaft oder Fraktion einer politischen Gemeinde. An dieser Spitze dieser Gnotschaften – Genossenschaften – steht ein Gnotschaftsführer, der die Gnotschäfter betreut. Der 1200 m hohe Faselsberg, der über dem Dorf emposrsteigt, ist ein teilweise bewaldetes Mittelgebirge zwischen dem Höllgraben, den Abstürzen des Hohen Brett, dem Krautkaserbach und der Königsseer Ache. Das Terrain war mit unzähligen Einzelhöfen  besetzt. Auch die Brandköpfe am Vorderbrand mit ihrem Ausblick auf den Königssee gehören ebenfalls dazu. Das Dorf, dessen Einwohnerzahl von 1224 im Jahr 1939 auf 1826 im Jahre 1948 gestiegen war bis zur Jahrhundertwende ein rein bäuerlicher Ort, der sich in den letzten Jahrzehnten zu einer bedeutenden touristischen Destination entwickelt hat.

Verwaltung der bayerischen Seenschifffahrt

Der Sitz der „staatlichen Verwaltung Königssee“ befindet sich seit 1913 gleich hinter dem alten Bahnhof am Königssee. Der erste Direktor war Ludwig Will, dem die Schifffahrt, die Baulichkeiten samt Wirtschaftsbetrieb in St. Bartholomä, sowie die Fischerei im Königssee, in der Königsseer Ache und im Hintersee in der Nationalparkgemeinde Ramsau unterstellt waren. Die damals geschaffenen Verkehrseinrichtungen dieser Verwaltung wurden wiederholt von anderen ähnlichen Unternehmungen als mustergültig zum Vorbild genommen. 

Der große Parkplatz am Königssee

Es war im Jahr 1929, als der damalige Bürgermeister und Schiffsmeister Josef Moderegger den großen Parkplatz errichten ließ. Der "Große Autostandplatz" hätte sich bereits damals zur großen Goldgrube entwickeln können, wenn nicht der 2. Weltkrieg dazwischen gekommen wäre.

Der erste Skilift am Jenner

Es waren amerikanische Soldaten, die im Jahr 1949 den ersten Skilift in Berchtesgaden erbaut hatten. In lediglich vier  Tagen wurde ein Skilift von dem auf 1260 Meter über dem Meer liegenden Jennerhaus zum 1400 Meter hoch liegenden Spinnerkaser. Der Lift wurde später bis zur Bahnstation Königssee sowie zum Jennergipfel ausgebaut. Die heutigen Bahnen und Lifte gehören der Berchtesgadener Bergbahn AG.

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