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Die Bombardierung vom Obersalzberg

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Autor: | 21.06.2011

Die Amerikaner vermuteten am Obersalzberg die Alpenfestung. Es herrschte die Annahme, das dieser zweite Regierungssitz der Nazis im Süden von Bayern bis aufs Letzte verteidigt werden würde

Um den anrückenden Alliierten Truppen die Einnahme von Berchtesgaden zu erleichtern, sollte deshalb der Obersalzberg bereits vorab bombardiert werden. Am 25. April 1945 flogen britische Lancaster Bomber über Berchtesgaden hinweg uns ließen 1.300 Bomben über den Obersalzberg ab. Das einzige nicht beschädigte Gebäudes des Führersperrbezirks war das Kehlsteinhaus. Der Ortskern von Berchtesgaden wurde nicht bombardiert.

Bomben auf Berchtesgaden

Der Oberkommandierende der Alliierten, General Dwight D. Eisenhower befürchtete, dass sich die Nazielite in die am Obersalzberg vermutete Alpenfestung zurückziehen würde. So marschierte er mit seinen Truppen nicht in Richtung Reichshauptstadt Berlin, sondern setzte seine Truppen in Richtung Berchtesgaden in Bewegung. Den deutschen Truppen sollte so zum einen der Rückzug in die Berge unmöglich gemacht werden und zum Anderen wollten die Amerikaner in Berchtesgaden sein, bevor sich Elitetruppen wie die SS sich in den Bergen verschanzen konnten.

Die Grundlage dieser Einschätzung

In den Augen der ausländischen Geheimdienste war Berchtesgaden eine Hochburg des Naziregimes. Hier in den Bergen regierte Adolf Hitler über Jahre hinweg. Hier wurden Pläne geschmiedet und Entscheidungen getroffen, die in der damaligen Zeit die Welt veränderten. So wurde in den letzten Monaten des Krieges der Obersalzberg zum „last prize“. Das letzte entscheidende Ziel, um Europa von den Nazis zu befreien. Dass die deutschen Soldaten zu dieser Zeit allerdings schon mehr als kriegsmüde waren wurde von den Amerikanern so nicht erkannt. Auch haben die aufreibenden Kämpfe an allen Fronten die deutsche Armee so geschwächt, dass diese selbst beim größten Willen nicht mehr in der Lage gewesen wären die Amerikaner zu stoppen. Die Amerikaner dachten auch, dass die Bürger von Berchtesgaden durchwegs alles Nazis sind. Auch diese Einschätzung war falsch, denn viele Familie, gerade am Obersalzberg wurden von den Nationalsozialisten von Ihrer Heimat vertrieben und das ursprüngliche Leben zerstört.

Was war das Ziel der Bombardierung?

Der Obersalzberg bzw. besser gesagt der Führersperrbezirk mit all seinen Gebäuden und Festungsanlagen sollte dem Erdboden gleich gemacht werden. Ebenfalls sollte insbesondere Das Kehlsteinhaus mit einer Fliegerbome vernichtet werden. Am 25. April war es dann soweit. Die Royal British Air Force flog mit Ihren Lancaster-Bombern über Berchtesgaden hinweg und legte einen Bombenteppich über den Obersalzberg. Berchtesgaden wurde bei dem Bombardement verschont und auch das Kehlsteinhaus wurde nicht getroffen.

Was war nach dem Bombenangriff?

Bereits am 4. Mai 1945 wurde der Obersalzberg kampflos den Amerikanischen Soldaten übergeben. Die Amerikaner erklärten daraufhin das gesamte Areal des ehemaligen Führersperrgebiets zum militärischen Sperrgebiet. Das noch völlig intakte Kehlsteinhaus wurde beschlagnahmt. Bis zum 17. Februar 1949 blieb das einzig unversehrte Gebäude am Obersalzberg dann auch unter amerikanischer Verwaltung.  Dem Landrat Karl Theodor Jacob, der nicht zuletzt wegen der Steigenberger Affäre bekannt wurde, ist es zu verdanken, dass das Kehlsteinhaus nicht gesprengt worden ist. Die Sprengung wurde vom bayerischen Kabinett nämlich bereits beschlossen und vom Landrat dahingegen abgewandelt, dass lediglich die Ruinen der Nazigebäude am Obersalzberg selbst gesprengt werden.  Im Februar 1952 wurde das völlig intakte Kehlsteinhaus vom Freistaat Bayern an die DAV Sektion Berchtesgaden verpachtet. An diesem Tag wurde das Gebäude dann an den Freistaat Bayern übergeben und bis heute ist das Kehlsteinhaus in Staatsbesitz. Heute wird das Haus als Berggaststätte geführt und die zahlreichen Besucher können sich im Haus oder auf der großzügig angelegten Sonnenterasse stärken und die Höhensonne genießen.

Die Straße zum Kehlstein

Auch die Straßen zum Kehlsteinhaus standen nach dem 2. Weltkrieg unter amerikanischer Verwaltung und wurden im Jahr 1951 an den Landkreis Berchtesgadener Land zurückgegeben. Der Landkreis Berchtesgadener Land verpflichtete sich zur Schaffung einer Buslinie auf den Kehlstein und zur Übernahme der Unterhaltungskosten. Die erste Buslinie wurde durch die Deutsche Bundespost betrieben und im Jahr 1956 wurde der Betrieb der Buslinie auf den Fremdenverkehrsverband des Berchtesgadener Landes (innerer Landkreis / Berchtesgadener Tal) übertragen.

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