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Die Kirche von St. Bartholomä am Königssee

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Autor: | 11.09.2010

Dieses Gotteshaus ist in ihrer einmaligen und vor allem sehr originellen Erscheinung das architektonische Wahrzeichen des Berchtesgadener Landes. Diese doch sehr ungewöhnliche Form des Gotteshauses macht diese Kirche einzigartig in ganz Deutschland.

Zum meistfotografierten architektonischen Bauwerk in Bayern, macht die Kirche in St. Bartholomä die Gesamtkomposition von See, Kirche und der im Hintergrund befindlichen Watzmann-Ostwand. Man ist erstaunt zu hören, dass in dieser weltfernen Einsamkeit schon vor mehr als 800 Jahren eine so kleine Kirche am Königssee gebaut worden ist.

St. Bartholomä

Zuerst war es eine kleine Kapelle, die in der Geschichte erstmals im Jahre 1133 schriftlich erwähnt worden ist. Genauer gesagt wurde das Kircherl erstmals im Schenkungsbuch des 1121 gestifteten Chorherrnstiftes von Berchtesgaden erwähnt. Geweiht worden ist die „basilica Chunigessee“ durch den Bischof Roman dem I. von Gurk am 24. August 1134, dem Bartholomäustag. Die Bezeichnung „Chunigessee“, heute Königssee, dürfte aus dieser Zeit im zwölften Jahrhundert stammen. Diese erste romanische Kirche St. Bartholomä hatte sich schon bald zu einer vielbesuchten Wallfahrtskirche entwickelt.

Der bayerische Geschichtsschreiber und Topograph Philipp Apian verzeichnet die Kirche als Zeichnung in seinem 1568 erschienenen  „Bayerischen Landtafeln“. Auf dieser Zeichnung hatte die Kirche aber noch einen Gotischen Spitzturm. Auch in der Topographie von Merian aus dem Jahr 1643 hat das Gotteshaus noch die Gestalt einer gotischen Kirche. Ebenso im gleichen Stil wurde die Kirche in der Salzburgischen Chronik von 1666 abgebildet.

Am Ende des 17. Jahrhunderts hat man dann diesen gotischen Bau abgebrochen, weil er dem damaligen Stilempfinden wohl nicht mehr entsprochen hat. An gleicher Stelle wurde damals die noch  heute bestehende barocke Kirche gebaut. Unter der Regierung des Berchtesgadener Fürstprobstes Herzog Josef Clemens von Bayern wurde diese neue Kirche also gebaut. Am 22. November 1724 wurde die Kirche von dem Bischof Mayer aus Augsburg geweiht. Schon 1522 wurden der  Kirche so genannte Indulgenzen / Ablässe seitens des Papstes verliehen. Der Fürstprobst war zu dieser Zeit Julius Heinrich Freiherr von Rehlingen. Der Nachfolger dieses Fürstprobstes war Cajetan Anton Freiherr von Notthaft. Er wird in der einschlägigen Literatur als der Schöpfer des jetzigen Gotteshauses und des Schlösschens in der jetzigen Form bezeichnet.

Kunstdenkmal Bayern

In dem von Georg Hager verfassten „Kunstdenkmalen Bayerns“ (Bd. I. Heft 25), wird der Bau der jetzigen Kirche in der Hauptsache in die Mitte bzw. zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts datiert. Dies passt aber nicht mit den oben zitierten Abbildungen von 1643 bzw. 1666 zusammen, denn diese zeigten ja noch die gotische Kirche. Betrachtet man die Kirche von außen kritisch, dann erkennt man mühelos den salzburgischen Einfluss, der beim Bau dieses einzigartigen Gotteshauses mit eingeflossen ist. Der dreiteilige Säulenbau erinnert mit der angebauten Westrotunde, dem Türmchen über der Vierung und jenem auf der Rotunde in seiner Grundform ja schon fast an den Dom in Salzburg einem Salzburger Wahrzeichen.

Der Grundriss ist im Kleeblattschema angelegt, aus dem die Kuppeln und das Zentraltürmchen empor steht. Die drei Kuppeln sitzen auf den drei Apsiden. Diese sind einheitlich geformt mit Holzschindeln eingedeckt und mit roter Farbe gestrichen. Die Apside bilden im Inneren der Kirche den Chorraum. Originell und malerisch zugleich ist der Eindruck, den man vom Äußeren dieses Kirchenbaues bekommt. Vielleicht wurde diese originellen Ideen ja bei der Besichtigung des Entstehungsortes geschmiedet? Damals als der Architekt den Königssee, die Watzmann-Ostwand, dieses einmalige Landschaftsbild zum ersten Mal gesehen hat. Das wissen wir heute natürlich nicht, aber mit den Gedanken des Ursprungs lässt sich natürlich vorzüglich spielen.

Sakristei St. Bartholomä

Die Sakristei der Kirche befindet sich auf der Rückseite der Kirche. Diese ist aber nur von dem mit der Kirche organisch verbundenen Schlösschen aus zugänglich. Über der Vierung der Kirche von St. Bartholomä sitzt ein Glockenturm, der eher wie eine Laterne wirkt. In diesem „Türmchen“ befindet sich eine Uhr. Ein zweites, ähnliches Türmchen befindet sich über der Rotunde. Aus welchem Grund die Türmchen nicht gleich gestaltet worden sind weiß keiner. Auch interessant ist, das von beiden Seiten das Oratorium und die Kanzel von Außen erreichbar sind. Leider ist auch der Name des Architekten nicht bekannt. Sicher ist allerdings, dass dieser Baumeister ein absolutes Meisterwerk vollbracht hat.

Fast wäre es geschehen, dass wir uns heute nicht mehr an dem Anblick dieser Kirche am Königssee erfreuen könnten. Im Jahre 1867 wäre die Kirche fast wegen Baufälligkeit abgerissen worden. Kein anderer als König Ludwig II, der Märchenkönig von Bayern hat das Vorhaben des Abrisses verhindert. Er hat auf seine Kosten die Kirche renovieren lassen. Der gleiche Vorgang wäre fast 1892 wieder passiert. Damals war es der bayerische Prinzregent Luitpold, der eine größere Summe zur Renovierung bereit gestellt hat. Die Renovierung fand aber erst im Jahr 1903 statt. Damals wurde die Kirche von der königlichen Zivilliste als Privatkapelle übernommen. Als Andenken an diese Renovierung wurde über der vermauerten Sakristeitüre eine lateinische Inschrift angebracht.

Seit dem Jahr 1945 steht das St. Bartholomä-Kircherl unter der Verwaltung des Pfarramt Unterstein in der Gemeinde Schönau am Königssee.

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