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Die Watzmann Ostwand

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Autor: | 29.09.2010

Unlösbar mit dem Königssee verbunden ist auch die Watzmann Ostwand, die hinter der Halbinsel St. Bartholomä 1800 Meter in die Höhe steigt

Somit ist diese Wand die höchste Felswand der Ostalpen. Die erschreckende Steilheit ist Magnet und Gefahr gleichzeitig für die Bergsteiger von Nah und Fern. Die Erstbesteigung der Ostwand am Watzmann erfolgte durch den Ramsauer Bergführer Johann Grill-Kederbacher am 6. Mai 1881. Seither haben die Wand viele durchstiegen und viele weitere den Versuch mit dem Leben bezahlt.

Das Buch zum Watzmann

Wie ein Phantom steigt die 1800 Meter hohe Ostwand des 2714 Meter hohen Watzmann als höchste Felswand der Ostalpen über dem Eichbachtal in die Höhe. Obwohl die Erstbesteigung durch den Ramsauer Bergführer Johann Grill-Kederbacher mit dem Wiener Bergsteiger Otto Schück am 6. Mai 1881 nun schon sehr lange her ist, gilt die Watzmann Ostwand noch heute als schwerste, gefährlichste und am meisten diskutierte alpine Großtat in den gesamten Ostalpenraum. Unzählige Artikel sind mittlerweile über die Wand in den einschlägigen Bergsteigermagazinen und Tageszeitungen erschienen und die Zahl derer die sich mit ihr beschäftigen wird auch mit Sicherheit in den nächsten Jahren nicht weniger. Das erste zusammenfassende Druckwerk verdanken wir Helmut Schöner, der währen des zweiten Weltkrieges ein Aufsehen erregendes Buch „Zweitausend Meter Fels“ über die Watzmann-Ostwand geschrieben hat. Das Buch wurde 1948 herausgegeben und war bereits damals mit 59 Kunstdruckbildern auf 230 Druckseiten versehen.

Erstbesteigung Watzmann-Ostwand

Wie oben bereits erwähnt, erfolgte die Erstbesteigung durch den Kederbacher aus der Ramsau. Er benötigte mit seinem Begleiter ca. 14. Stunden für den Aufstieg durch die Wand. Die zweite Besteigung erfolgte dann durch den berühmten Hochalpinisten und einer der bedeutensten Erschließer der Ostalpen, Ludwig Purtscheller aus Salzburg. Nach diesem Bergsteiger wurde am Fuße des Hohen Göll auch das Purtschellerhaus benannt. Purtscheller bezwang am 12. Juni 1885 die Wand. Der dritte Aufstieg erfolgte durch Gottfried Merzbacher mit den Bergführern Kederbacher und Punz-Preiß am 4. Juni 1889. Bereits ein Jahr später, nämlich am 26. Mai 1890 forderte sich die Ostwand ein erstes Todesopfer. Der Münchner Bergsteiger Christian Schöllhorn, der mit dem Ramsauer Bergführer Christian Punz-Preiß zum Aufstieg angetreten war, stürzte an einer Platte, die heute seinen Namen trägt, in die Tiefe hinab und starb. Die erste Frau die die Watzmann-Ostwand bezwang, war Frau Rose Friedmann aus Wien. Der erste Alleinbezwinger der Wand war ein unbekannter Münchner Bergsteiger im Jahre 1905.

Der Münchener-Weg

Die erste alternative Route war der „Salzburger Weg“, der 1931 von vier Salzburger Bergsteigern im Abstieg gefunden worden war. Einen „Münchner-Weg“, der unmittelbar von der Eiskapelle zur Gipfelschlucht führt, verdanken wir dem Münchner Bergsteiger Fritz Thiersch. Er fand mit dieser Route den leichtesten und geradesten Durchstieg zum Südgipfel. Nach diesem Bergsteiger wurde in Schönau am Königssee eine Straße benannt. Erst am 28. September 1947 haben die beiden Berchtesgadener Bergsteiger Sepp Aschauer und Hellmuth Schuster den „Berchtesgadener Weg“ ausgekundschaftet, der in der Gipfelschlucht auf die beiden anderen Routen stößt. Der erste wirklich schwarze Tag der Ostwand war der 18. Juni 1922, an diesem Tag stürzte eine Seilschaft mit 3 Personen und zusätzlich eine Seilschaft mit 4 Bergsteigern in der Wand ab. Fünf der sieben Bergsteiger fanden dabei den Tod.

Alternative Routen auf den Watzmann

Doch die stark gegliederte Wand verlor dadurch auf gar keinem Fall Ihren Reiz. Die Erschließungsgeschichte der Ostwand ist noch heute nicht abgeschlossen, denn es wird immer wieder tatendurstige Bergsteiger geben, die auch einmal eine Alternative versuchen möchten. Ein Bergführer, der im Zusammenhang mit der Ostwand unbedingt erwähnt werden muss ist Franz Rasp aus Maria Gern, einem kleinen Ortsteil von Berchtesgaden am Fuße des Untersberg. Er beging im Jahre 1966 schließlich die von den Erstbesteigern der Wand noch verworfene Möglichkeit, das Ende des Ersten Bandes durch die vom Schöllhornkar heraufziehende Schlucht zu erreichen. Rasp gehört noch heute mit seinen 295 Ostwandbegehungen zu den Bergsteigern, die am häufigsten die Wand begangen haben. Um so größer war die Tragödie am Neujahrstag 1988, als der noch heute als bester Kenner eingestufte Bergsteiger nicht mehr von der Ostwand nach Hause zurück kehrte. Er beging damals die Wand mit dem ebenfalls erfahrenen Bergsteiger Max Stauber. Was genau geschah weiß keiner so genau, aber wahrscheinlich ist einer der beiden Bergsteiger abgerutscht und beide stürzten durch das Seil verbunden aus der Rampe hinunter auf den zweiten Sporn etwas oberhalb des Schuttkars und verstarben.

Gefahr Watzmann-Ostwand

Wie viele erfolgreich die Watzmann-Ostwand vom Königssee aus bestiegen haben weiß keiner. Für all die erfolgreichen Bezwinger war dies ein unbeschreibliches Erlebnis in den Berchtesgadener Bergen. Die Opfer hingegen sind genau bekannt. Bis 2010 waren es 100 Menschen, die Ihr Leben, beim Versuch die Wand zu besteigen, verloren haben. Das sind mehr Tote als selbst die ebenfalls berühmte Eiger Nortwand gefordert hat. Der letzte tragische Verlust eines erfahrenen Alpinisten, ereignete sich im September 2010. Ein 56-jähriger Bergsteiger aus dem östlichen Erzgebirge im Bundesland Sachsen, stürzte in der Watzmann-Ostwand ab. Der Tote wurde erst ein paar Tage später bei einer Suchaktion in 1.150 Metern Seehöhe entdeckt.

Strapazen werden dennoch belohnt

Im Jahr 2010 werden wieder zwischen 300 bis 500 Bergsteiger die berühmte Ostwand besteigen und einen einmaligen Blick auf den Königssee genießen können. Sollten Sie auch die Ostwand bezwingen wollen, so raten wir dringend zu einer Begleitung durch einen staatlich geprüften Bergführer. Auch die Kondition muss hier stimmen, denn der Gang durch die Ostwand ist nur sehr geübten Bergsteigern zu empfehlen.

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