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Die Almer Wallfahrt von Maria Alm bis nach St. Bartholomä

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Autor: | 05.03.2011

Der Ursprung der Allmer Wallfahrt geht auf ein Gelübde der Pinzgauer zurück. Der Pinzgau ist ein Bezirk im Bundesland Salzburg, dass südlich an das Berchtesgadener Land angrenzt

Es war die Zeit der großen Pest, die in 300 Jahren 14 mal über den Pinzgau hereingebrochen ist. In dieser Zeit herrschte große Not und ganze Ortschaften wurden von der Pest förmlich ausgerottet. Andere wurden wie ein Wunder verschont. So machten sich die ersten Wallfahrer auf zum Dürrnberg um der Muttergottes für das Überleben zu danken. Genau dieses Gelöbnis zu Ehren der Muttergottes am Dürrnberg ist der Ursprung der Wallfahrt von Maria Alm im Bundesland Salzburg nach St. Bartholomä am Königssee.

Das  Barthlmä-Gehen

Nach den Schrecken der beiden Weltkriege begann sich das Leben wieder zu normalisieren. So kam es auch, dass die Wallfahrt nach St. Bartholomä, das so genannte „Barthlmä-Gehen“ wieder entdeckt worden ist. Heute wird nicht nur gegangen, sondern da und dort auch musiziert. Für die musikalische Begleitung über das Steinerne Meer sorgt hierbei schon seit vielen Jahren die Trachten Musikkapelle Maria Alm.

Wallfahrt von Salzburg nach Bayern

Die Wallfahrt von Salzburg nach Bayern beginnt mit dem Aufstieg von Maria Alm zum Riemannhaus. Dieses Haus ist ein Gebäude des Deutschen Alpenvereins und liegt in einer Höhe von 2177 Metern in der Ramseider Scharte zwischen dem Sommerstein mit 2305 Metern und dem Breithorn mit einer Höhe von 2504 Metern. Hier oben ist der Bergsteiger bereits im Steinernen Meer und kann in das Talbecken von Saalfelden und nach Maria Alm hinunterblicken. Auch ist das Riemanshaus ein zentraler Ausgangspunkt für viele Bergtouren im Steinernen Meer. Es gibt sogar die Möglichkeit im Winterraum für bis zu sechs Personen im Winter hier heroben zu übernachten.

Bergmesse

Die Wallfahrer feiern bereits um 8:00 Uhr am Morgen des Samstages eine Bergmesse. Nach der Messe beginnt der Fußmarsch in Richtung Funtensee. Hier am Bergsee mit den tiefen Temperaturen angekommen wird der Almsegen erteilt. Nach dem Segen wird erstmal gerastet bevor das letzte Teilstück der Wallfahrt beginnt. Der letzte Teil führt durch die Serpentinen der so genannten Saugasse bis zum Königssee hinunter. Zum Abschluss der sehr anstrengenden Bergtour wird eine Schlussandacht in der Kirche St. Bartholomä gefeiert.

Der Sonntag nach der Wallfahrt ist immer der Kirchweihsonntag hier in Mitten des Königssees. Der Tag beginnt mit dem Festgottesdienst und Lobamt der Bergknappen. Nach der heiligen Messe wird ein Standkonzert oder auch Platzkonzert genannt, von der Trachten Musikkapelle Maria Alm gespielt. Nach diesem Konzert spielt die Blaskapelle aus Maria Gern, ein Ortsteil oberhalb von Berchtesgaden, zum Tanz auf. Die Wallfahrer bleiben dann noch bis ca. 16:30 Uhr auf der Halbinsel St. Bartholomä und nehmen dann Abschied. Das Schiff macht dann nochmals Halt an der Falkensteinwand, an der  im Jahre 1688 viele gläubige ums Leben gekommen sind. Anlässlich dieses Vorkommnisses wird an dieser Stelle nochmals an die Toten gedacht, ein Gebet gesprochen und ein Trauermarsch von der Musikkapelle gespielt. Auch wird ein Kranz am Gedenkkreuz an der Felswand aufgehängt.

An der Seelände angekommen, wird nach dem Ausstieg aus dem Boot nun wirklich Abschied genommen und in den bereits angekommenen Bus gestiegen. Gezeichnet von den Anstrengungen der Wallfahrt genießen die Salzburger die Nachhausefahrt von Bayern. In früheren Zeiten musste der Rückweg ebenfalls zu Fuß angetreten werden.

Pinzgauer Sagen

Die ursprüngliche Geschichte der Almer Wallfahrt wird überliefert von dem Pinzgauer Moidl und wurde niedergeschrieben im Buch Pinzgauer Sagen.

Hier der Auszug aus den Pinzgauer Sagen:

„Da- auf einmal hörten die wenigen Überlebenden ein Glöcklein läuten, silberhell und klar und gingen dem Schall des Glöckleins nach. Auf der Loferer Straße, gleich außerhalb von Saalfelden, kamen nun alle Lebenden zusammen - im ganzen noch zehn Männer und sechs Weiber, sowie einige Kinder. Das Glöcklein läutete fort und es klang gerade,  als wenn es droben am Steinernen Meer läutete. Da sagte der alte Kratzerbauer: "Leutl, die Glock, die kenn i!
Dös is die Dürnberger Glock, das ma dö ummahörn, das hat was zu bedeuten.
Mach ma a Gelöbnis za da Muttergottes am Dürnberg, daß sie uns hilft!"
"Ja, ja fielen alle ein, wann wir ban Leben bleiben, sollt´s ganze Jahr an Kerzen für uns brenna".
Dann knieten Sie nieder und konnten wieder das erste Mal mit vollem Vertrauen beten. Da rumpelte der Leichenwagen daher, aber die Totengräber schwenkten die Hüte und riefen: "Leutl, Leutl heut is das erstemal, dass ma koan Tot´n mehr finden. Die Pest ist aus!" Da knieten sie nochmals nieder, dankten Gott für die wunderbare Rettung und erneuerten ihr Gelöbnis.

 

Wallfahrtskirche St. Bartholomä

Die Wallfahrtskirche St. Bartholomä am Königssee war am Anfang nur die Zwischenstation auf dem langen und beschwerlichen Weg vom salzburgerischen Pinzgau durch das Berchtesgadener Land hindurch in den ebenfalls zu Salzburg gehörenden Tennengau mit der Kirche am Dürrnberg. Denn das Ziel der Gläubigen war ja die Muttergottes am Dürrnberg, von der aus der Besucher bis zur Salzburger Burg, der Festung Hohensalzburg, bzw. die Stadt Salzburg sieht.

Ein Schicksalsjahr dieser Wallfahrt über den Königssee war das Jahr 1688. In diesem Sommer starben am 23. August bei der Überfahrt von St. Bartholomä zur Schiffsanlegestelle am Nordufer über 70 Wallfahrer auf Höhe der Falkensteinerwand, weil an dieser Stelle das Boot gekentert ist und die verunglückten Gläubigen nicht mehr das rettende Ufer erreicht haben. Noch heute wird zum Gedenken an dieses Unglück an der Falkensteinwand ein Kranz nieder gelegt.

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