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Der Schatz im Königssee

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Autor: | 17.07.2010

Es gibt viele Mythen um den Königssee. Viele spannende Geschichten wurden sich früher schon erzählt. Zu einer spannenden Geschichte um ein verschollenes Auto, dass mitten in einem See ohne Brücke oder Uferstraße verschollen ist, laden wir Sie hier ein.

So hat auch der Königssee einen von Menschenhand geschaffenen Schatz erhalten. Einen zumindest, von dem wir wissen, dass es diesen auch wirklich gibt.

Fakten zum Schatz

Die Ereignisse haben sich in einer kalten Winternacht zugetragen und war wohl so: Obwohl das Eis des Königssee nur für Fußgänger auf einer genau bezeichneten Route freigegeben war und für Autos durch eine Barriere gesperrt worden ist, fuhr der 52 Jährige Autofahrer J. H. vom Salzberg am 28. Januar 1964 über die Eisfläche des Königssee. Zuvor allerdings hatte der Nachtwächter der staatlichen Schifffahrt am Königssee dem Fahrer noch die Einfahrt auf die Eisfläche an der Barriere verweigert. Der Ortskundige Autofahrer machte kehrt und fuhr einfach um die Seelände herum zum damals noch offenen Seebad. Heute ist dies der Parkplatz am Echostüberl. Hier fuhr er über eine ca. 40 cm hohe Böschung auf die Eisfläche des Sees herab und setzte seine Fahrt über den See fort.

Offensichtlich hat der Fahrer auch sein Ziel St. Bartholomä erreicht, denn die damals von der Polizei vorgefundenen Spuren am nächsten Tag ließen darauf schließen, dass der Fahrer von St. Bartholomä kommend in etwa auf der Höhe des Nassen Palfen ins Schleudern geraten ist und anschließend wahrscheinlich die Orientierung verloren haben muss.

Er geriet mit seinem VW-Käfer immer weiter auf die Westseite des Königssees. In der Nähe der Falkensteinerwand, der See war damals an dieser Stelle nicht zugefroren, ist der Wagen, dessen Beleuchtungsanlage offensichtlich nicht mehr funktioniert haben dürfte, ohne jegliche Spuren eines Bremsmanövers direkt vom Eis in den See gefahren.

Video vom VW-Käfer im Königssee

Dank dieses tollen Videos, können Sie das damals verschollene Auto im Königssee selbst betrachten. Der Zustand ist außergewöhnlich gut - das liegt wohl auch an den Temperaturen auf dem Grund des Sees. Tipp: Ab Minute 1:45 kommen Sie direkt zum verschollenen Schatz im Königssee!

Auszug aus dem damaligen Polizeibericht

Bei den eingeleiteten polizeilichen Ermittlungen wurde keine Eisabbruchstelle festgestellt, dagegen Autospuren, die vom Eis unmittelbar in das Wasser führten. Es ist keine Spur vorhanden, die darauf schließen ließe, dass der Wagen an irgendeiner anderen Eisstelle weitergefahren wäre. Es muss also mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit angenommen werden, dass der Wagen bei der Falkensteinerwand untergegangen und J.H. vom Salzberg mit dem Auto ertrunken ist. Der See ist an dieser Stelle ca. 120 Meter tief. Möge dieser tiefbedauerliche Unfall allen zur Warnung dienen, die immer noch glauben, den Königssee mit Kraftfahrzeugen auf Umwegen überqueren zu müssen.

Wie wir schon wiederholt an dieser Stelle ausgeführt haben, gibt es auf der Ostseite des Sees eine bezeichnete Route für Fußgänger. Auf ihr wurden zahlreiche Eisvermessungen durch die "Eiskommission" vorgenommen. So dass für alle, die auf ihr nach St. Bartholomä wandern, die Sicherheit gewährleistet ist. Weitaus die Masse der Eiswanderer lehnt den Autoverkehr am Eis ab, weil er nur den Naturgenuss in der großartigen, winterlichen Königssee-Landschaft beeinträchtigt.

Schatzsuche im Königssee

Im Jahre 1997 begab sich dann Professor Hans Fricke, Meeresbiologe, Verhaltensforscher und unter anderem U-Boot-Fahrer zum Königssee um die natürlichen Schätze des Königssee zu erkunden. Er tauchte mit dem Forschungsboot Geo in den See hinab. Auf der suche nach dem verschollenen VW-Käfer halfen dem Forscher die alten Polizeibilder. Denn die Reifenspuren wiesen den Weg zur damaligen Unglücksstelle. Tatsächlich tauchte in ca. 100 Metern Tiefe der Käfer im Scheinwerferlicht des Forschungs-U-Bootes auf. Der Zustand des Käfers nach so langer Zeit auf dem Grund des Königssees ist erstaunlich gut. Er steht fast da wie abgestellt, nur die Fahrertür ist etwas geöffnet. Der Zustand des Autos ist wahrscheinlich deshalb so gut, weil in dieser Tiefe des Sees das Wasser kaum noch Sauerstoff enthält. Der Fahrer hat offensichtlich das Fahrzeug noch verlassen können, überlebt hat er allerdings nicht.

Der Schatz heute

Der See gehört zur Kernzone des Nationalparks und die Gedanken an eine Hebung des Fahrzeugs wurden wahrscheinlich zwecks zu hoher Kosten und des doch sehr großen Aufwands wieder fallen gelassen. Auch war der Zustand nach 33 Jahren noch so gut, das kein Austreten von Schadstoffen mehr zu befürchten ist und alles was austreten hat können, bereits ausgetreten ist. So wird dieser "Schatz" wohl noch viele Jahre oder auch Jahrzehnte noch am Grund des Königssee verbleiben. Wenn Sie wissen möchten wo sich diese Unglücksstelle befindet, dann besuchen Sie den See, fahren mit dem Schiff nach St. Bartholomä und fragen den Schiffskapitän nach dieser Geschichte. Er wird Ihnen gerne die Stelle zeigen und etwas darüber erzählen.

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